Internationales Modellflugsymposium NOS 2018

Am Samstag, den 15. Dezember 2018 folgten wiederum ca. 80 Modellflieger aus dem NOS, aber auch aus der ganzen Schweiz und Liechtenstein, der Einladung von Emil Giezendanner ans Symposium ins Technorama Winterthur.   Diesmal hiess das Thema “Nicht alltägliche Flugmodelle und Ihre Geschichte”. Neben den Vorträgen rundete eine Ausstellung mit solchen Flugmodellen den Anlass ab.

Zu Beginn zeigte Markus Nussbaumer ein Video über die Selberbauer von Huttwil und die Jet Worldmasters. Dieses Video mit kurzen Sequenzen quer durch den Modellflug war etwas vom Besten, was ich bis anhin gesehen hatte und als Einstimmung für dieses Symposium ideal.

Walter Gloor präsentierte seinen Twin Explorer, einen zweimotorigen Elektrosegler mit Doppelrumpf, welchen er mit CAD entwickelt hatte. Teile des Modells wurden mit 3D Druck gefertigt.

Armin Bosshard erzählte wie er nach 35 Jahren Modellbauabstinenz wieder mit dem Bau von Modellflugzeugen angefangen hat. Komplexe und filigrane Oldtimer aus Holz sind sein Markenzeichen. Siehe Bild im Anhang.

Bruno Pfander erläuterte seine Erfahrungen mit dem 3D Drucken und wie er seine ersten Flugmodelle mit dieser Technik hergestellt hat. Da für einige der Besucher das Thema 3D Druck vermutlich aktuell ist, waren seine Ausführungen sicher Motivation.

Der von Leonhard Keller gezeigte PC-7 war eigentlich bezüglich Grösse und Aussehen nichts aussergewöhnliches, ausser man wusste, wie er gebaut worden war. Leonhard fräst seine Modelle aus dem Vollen. CNC gesteuert, wie man das halt so macht. Und damit sind seine Modelle wirklich aussergewöhnlich. Das Grundmaterial ist Roofmate welches dann noch mit GFK überzogen wird. Ich schätze, dass sich diese Bauweise mangels geeigneter Infrastruktur bei den meisten Modellbauern, nicht durchsetzen wird.

In der Mittagspause fuhr Thomas Hoffmann den Anhänger mit den XXL Swifts von Andreas und Tim Schärer und seinem Piper, ebenfalls XXL, vor den Eingang des Technoramas um sie den beeindruckten Besuchern zu zeigen. Nicht nur die Flugzeuge beeindruckten, sondern auch der Anhänger mit seinen Einbauten zum einfachen Ein- und Ausladen der Modelle, wobei Modelle schlicht eine Untertreibung ist.

Nach dem Mittagessen präsentierte Andreas Schärer das Team Schärer, Vater und Sohn Tim. Mit ihren 6 m Swifts sind die beiden seit Jahren in der Segel-Akro-Szene dominant und mit ihrem Synchron-Segler-Programm an Flugtagen in ganz Europa anzutreffen. Also brauchte es eine neue Herausforderung mit noch grösseren Modellen, welche sie mit Vater und Sohn Bruckmann realisieren konnten.
Zwischenzeitlich haben sie einige Flüge mit den neuen 8.5 m Swifts durchgeführt und sind von der Leistung dieser Kunstflug-Segler begeistert. Da der Schlepp mit den 6 m Maschinen jeweils als Doppelschlepp passiert, musste ihr Hausschlepppilot Thomas Hoffmann überzeugt werden, eine entsprechende Schleppmaschine für die zwei 8.5 m Swift zu bauen.

Damit war Thomas an der Reihe zu erzählen, wie er vorgegangen ist. Da seine 3.4 m Piper excellent fliegt und schleppt hatte er beschlossen, diese massstäblich auf 5.6 m Spannweite zu vergrössern. Anstatt den Rumpf wieder aus GFK zu fertigen, baute er diesen mit Stahlrohren. Der Flügel ist eine Holzkonstruktion mit GFK Holmen und das Höhenleitwerk ist profiliert und ebenfalls aus GFK. Als Motor kommt ein 50 PS Boxer zum Einsatz. Mit Bildern und Zeitraffer Videos konnte man den Bau des Pipers nachvollziehen.

Ein weiteres Highlight präsentierte Domink Escher mit seinem Lockheed Tristar. Für sein selbstgebautes Jet Triebwerk mit 16 kg Schub, welches er ohne CAD/CAM manuell herstellte, wollte er ein adäquates Modellflugzeug bauen und entschied sich für die Tristar. Basierend auf einem Plastikmodell fertigte er aus Styropor den Rumpf, welchen er der Länge nach teilte und mit Haushaltfolie einwickelte. Diese Urformen belegte er mit einem Sandwichs aus Kohle, Kevlarwaben und Kohle welches er im Vakuum aushärten liess. Flügel, Klappen, und Leitwerk sind aus CFK beschichtetem Styropor und die Triebwerkgondeln aus GFK. Das Triebwerk sitzt hinten im Rumpf. Neben der Technik ist der Finish dieses Modells sensationell. Das ist Modellbauhandwerk der Extraklasse.

Julius Jezerniczky informierte ausführlich über seine Zusammenarbeit mit Arnold Meier im Zusammenhang mit der B747 und dem Pilatus PC-24 und den dabei eingesetzten Kolibri Turbinen von Lambert, welche bis zu 250’000 rpm drehen und etwa 4.5 kg Schub bringen.

Die Fertigstellung einer Kranz ME-109, deren elektrische Motorisierung als Eunuchen Warbird und deren Flugeigenschaften präsentierte Hanspeter Hofer mit einem Video.

Dass Ludwig Retzbach gerne rückwärts fliegt, belegte er mit der Präsentation des Kyushu J7W1 “Shinden” einem japanischen WWII Flugzeug in Entenkonfiguration, das er sich gebaut hatte. Im Gegensatz zum Modell kam das Original nicht mehr zum Einsatz.

Arnim Selinka orientierte über den Erstflug der DO 31, einem senkrecht startenden Transportflugzeug vor 50 Jahren und dem von Dornier ausgeschriebenen Wettbewerb für senkrecht startende Modellflugzeuge.

Am Ende der Veranstaltung verabschiedete sich Emil Giezendanner nach einem weiteren gelungenen Symposium von den Teilnehmern mit den besten Wünschen zu Weihnachten und Neujahr.

Referenten und Modelle

 

 

 

 

 

 

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